Spycher: Literaturpreis Leuk

Spycher-Literaturpreisträgerin Barbara Köhler ist gestorben

Sie verstand es, Alltagsbeobachtungen in Poesie zu verwandeln. Sie vermochte in Prosa zu kleiden, was ihr Eindruck hinterliess. Sie verlieh in Textinstallationen und Wortbildern Ausdruck, was sie bewegte. Und nun ist sie verstummt.

Die deutsche Dichterin und Künstlerin Barbara Köhler verstarb am vergangenen Freitag in ihrem 62. Lebensjahr. Die Trägerin von «Spycher: Literaturpreis Leuk» 2007 erlag einer langen Krankheit.

Barbara Köhler galt als «bedeutende Stimme der deutschsprachigen Wortkunst». Zahlreiche internationale Auszeichnungen bezeugen die Wertschätzung, die sie genoss. Das Gastrecht, das ihr der Spycher-Literaturpreis während fünf Jahren gewährte, nahm sie gerne in Anspruch. Als Flachländerin in gebirgiger Umgebung zu verweilen sei «schon etwas Spezielles und Grossartiges», hielt sie vor Jahren fest. Regelmässig fand sie den Weg hierher, erkundete auf Wanderungen und Spaziergängen die Region, schloss schnell Bekanntschaft mit den Menschen dort. Weil sie ein unkomplizierter und herzlicher Mensch, weil sie stets bescheiden und humorvoll war. Und weil ihr Interesse nicht nur der Sprache und dem Schreiben, sondern vorab dem Menschen galt.

Wie sehr dieser Dichterin die Region Leuk am Herzen lag, bezeugt ihr 2013 erschienenes Büchlein «36 Ansichten des Berges Gorwetsch»: Ein unterhaltsam-liebliches Hohelied auf eine Gegend, welche sie beeindruckte, welche sie schätze und zu geniessen vermochte.

«Das Beste, was man machen kann, ist das Beste, was man machen kann», kleidete die Schriftstellerin bei einem unserer verschiedenen Treffen ihre Lebensphilosophie in ein Bonmot. «Bei mir ist dies nun mal die Lyrik», ergänzte sie und lachte: «Das nehme ich jetzt mal an.» Zudem das Ganze habe «erst noch etwas Abenteuerliches an sich», fügte sie hinzu.

Vergangenen Herbst wäre Barbara Köhler gerne nochmals nach Leuk-Stadt gekommen. Als Gast beim «WortFest» der Stiftung Schloss Leuk, als Gast der Feier zum 20 Jahre-Jubiläum von «Spycher: Literaturpreis Leuk». Ihre Krankheit verunmöglichte diesen Besuch. Die Schriftstellerin bedauerte dies sehr, ihre Leuker Freundinnen und Freunde taten dies nicht minder. Es durfte nicht sein. Was von dieser Wortkünstlerin bleibt,  sind anregende Bücher – und Erinnerungen an einen herzlichen Menschen.