Spycher: Literaturpreis Leuk

Barbara Honigmann 2008

Berlin DE

Barbara Honigmann (1949), Tochter jüdisch-deutscher Emigranten, arbeitet seit 1976 als freischaffende Dramaturgin und Malerin. Sie studierte Theaterwissenschaften, war unter anderem am Deutschen Theater in Ostberlin tätig und übersiedelte 1984 von der DDR nach Strassburg, wo sie seitdem lebt. In ihrem Buch «Roman von einem Kinde» spricht sie von einem «dreifachen Todessprung ohne Netz: vom Osten in den Westen, von Deutschland nach Frankreich, und aus der Assimilation mitten in das Thora-Judentum hinein». In ihren Werken  - so auch in «Chronik meiner Strasse» (2015), hält regelmässig Autobiogtrafisches Einzug.  «Es ist ja keine Suche nach Wahrheit, kein ‘Erinnern – Wiederholen – Durcharbeiten’, sondern im Gegenteil: eine Inszenierung, Umdichtung, Zerdichtung von Erlebtem und Erfahrenem», hielt sie dazu 2011 in einem Interview fest.
Die Autorin erhielt verschiedenste Preise, unter anderem 2012 den Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis. Die Jury begründete die Verleihung damit, dass „Honigmann den Menschen das Judentum auf eine warmherzige Weise näher [brächte]». Kulturkritiker Thomas Koch, ebenfalls Jurymitglied, lobte den wiederkehrenden Bezug auf Honigmanns Biografie und bezeichnete ihre Werke als „eine schnörkellose, entschlackte, aber dennoch sehr poetische Prosa“