Spycher: Literaturpreis Leuk

Neues Buch von Durs Grünbein

2019 hielt der deutsche Schriftsteller Durs Grünbein, Spycher-Preisträger 2001, in Oxford vier Vorlesungen. Darin nahm er anhand scheinbar banaler Dinge den Faschismus unter die Lupe und er schilderte, wie seine eigene Erinnerung funktioniert. Diese Texte sind nun beim Suhrkamp erschienen: «Jenseits der Literatur - Oxford Lectures» lautet der Titel des neuen Buchs von Durs Grünbein.

In Form einer Collage lässt der Autor in «Jenseits der Literatur» den fundamentalen Gegensatz zwischen dichterischer Freiheit und Geschichtsgebundenheit exemplarisch aufscheinen: Von der scheinbaren Kleinigkeit einer Briefmarke mit dem Porträt Adolf Hitlers bewegt er sich über das Phänomen der »Strassen des Führers«, also der Autobahnen, hinein in die Hölle des Luftkriegs.

Am Schluss steht eine erste Erfahrung von Ohnmacht im Schreiben und die daraus erwachsende, bis heute gültige Erkenntnis: «Es gibt etwas jenseits der Literatur, das alles Schreiben in Frage stellt. Und es gibt die Literatur, die Geschichte in Fiktionen durchkreuzt», hält Durs Grünbein fest.