Spycher: Literaturpreis Leuk
Mathias Énard 2026
Leuk-Stadt, 22. Juli 2026 – Der französische Schriftsteller Mathias Énard erhält den Spycher: Literaturpreis Leuk 2026. Der von der Stiftung Schloss Leuk vergebene Literaturpreis feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen.
Der Spycher: Literaturpreis Leuk ist als mehrjähriger Aufenthaltspreis konzipiert: Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten die Möglichkeit, während mehrerer Wochen pro Jahr in Leuk-Stadt zu leben und zu schreiben. Die Stiftung Schloss Leuk stellt ihnen dafür eine Wohnung und einen finanziellen Beitrag zur Verfügung. Der Preis schafft damit Freiraum für literarisches Arbeiten und fördert zugleich den kulturellen Austausch zwischen den ausgezeichneten Autorinnen und Autoren und der Region.
Die Jury besteht aus Thomas Geiger, Jurypräsident, Christian Döring, Sabine Dörlemann und Stephan Bader. Sie begründet ihre Wahl wörtlich wie folgt:
«Berauschend ist seine Erzählkunst, bewundernswert ist seine unterhaltsame Gelehrsamkeit, in der sich intellektuelle Weite und Spürsinn, immenser Reichtum an Wissen und Wortmacht verbinden: Mathias Énard ist ein überragender Autor von europäischem Format, dessen offene und vielfach grenzüberschreitende Romanästhetik ihn auszeichnet als Träger des Spycher:Literaturpreis Leuk.
Sein Roman Déserter (übersetzt aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller mit dem Titel Tanz des Verrats) ist die vorläufige Summe eines schon heute umfassenden Werkes. In ihm verschränken sich immer wieder Wissenschaftsfiktion zwischen Orient und Okzident und Gewaltgeschichte seit homerischen Zeiten zu einer Befragung der abendländischen Condition humaine. Mathias Énards faszinierende Literatur findet tröstende Utopie in der befreienden Kraft der Erinnerung und der Schönheit von Sprache.»
Mathias Énard wurde 1972 im französischen Niort geboren. Er studierte Arabisch und Persisch und verbrachte längere Zeit im Nahen Osten. Seine vielfach ausgezeichneten Romane befassen sich immer wieder mit den kulturellen, politischen und historischen Verbindungen zwischen Orient und Okzident. Für seinen Roman Boussole, auf Deutsch unter dem Titel Kompass erschienen, erhielt er 2015 den Prix Goncourt.
Zu den bisherigen Preisträgerinnen/Preisträgern gehören John Burnside, Lukas Bärfuss, Mircea Cărtărescu, Thomas Hettche, Gerhard Falkner, Daniel de Roulet, Felicitas Hoppe, Sibylle Lewitscharoff, Marcel Beyer, Adam Zagajewski, Marie NDiaye, Durs Grünbein, Lavinia Greenlaw, Martin Mosebach, Michail Schischkin, Ulrich Peltzer, Barbara Köhler, Barbara Honigmann, Gilles Rozier, Michael Hofmann, Judith Schalansky, László Krasznahorkai, Alissa Walser, Michael Roes Joanna Bator, Katharina Schultens, Abbas Khider, Stefan Hertmans, Thomas Lehr, Radka Denemarková und Helena Janeczek, Zsófia Bán, Aleš Šteger, Ulrike Draesner, Iris Wolf und Jonas Lüscher.
Eine besondere Verbindung besteht zum ungarischen Schriftsteller László Krasznahorkai: Er erhielt 2010 den Spycher: Literaturpreis Leuk und wurde 2025 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
Das 25-Jahr-Jubiläum des Spycher: Literaturpreises Leuk wird mit einem zweitägigen
Programm in Leuk-Stadt gefeiert.
Am Samstag, 26. September 2026, finden Lesungen mit ehemaligen Preisträgerinnen und Preisträgern statt. Die feierliche Übergabe des Spycher: Literaturpreises Leuk 2026 an Mathias Énard folgt am Sonntag, 27. September 2026, um 11.00 Uhr im Schloss Leuk.
Die Laudatio auf Mathias Énard hält Julia Encke. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin leitet seit 2020 das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Zuvor verantwortete sie dort fünf Jahre lang das Literaturressort. Encke war 2010 Vorsitzende der Jury des Deutschen Buchpreises und wurde 2018 als «Kulturjournalistin des Jahres» ausgezeichnet.
Weitere Informationen: www.schlossleuk.ch
Medienkontakt:
Johannes R. Millius
Projektleiter Spycher: Literaturpreis Leuk
+41 79 266 72 37 / johannes.millius@schlossleuk.ch
